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Austria Wirtschaftsservice

Die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) ist die Förder- und Finanzierungsbank der Republik Österreich. Sie vergibt Zuschüsse, zinsgünstige Kredite, Garantien und Beratungsleistungen an österreichische Unternehmen zur Unterstützung von Gründung, Innovation, Wachstum und Digitalisierung.

Ausführliche Erklärung

Die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH ging 2002 aus der Zusammenführung mehrerer Bundeseinrichtungen hervor – unter anderem der BÜRGES Förderungsbank, des ERP-Fonds, der Finanzierungsgarantie Gesellschaft und der Innovationsagentur. Sie steht zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes; die Eigentümervertretung teilen sich das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) und das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Die aws wickelt die unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung des Bundes ab und versteht sich dabei als One-Stop-Shop; das jährliche Förder- und Finanzierungsvolumen bewegt sich im dreistelligen Millionen- bis Milliardenbereich – die aws weist rund 33.000 in Betreuung befindliche Projekte und rund 879 Millionen Euro Finanzierungsleistung aus (Stand: September 2026).

Wichtig ist die Abgrenzung zu den anderen Förderstellen: Die aws ist für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung und Finanzierung zuständig – Gründung, Investition, Wachstum, Internationalisierung, Innovationsschutz und Garantien. Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung fördert dagegen die FFG (Forschungsförderungsgesellschaft), Grundlagenforschung der FWF. Die Wirtschaftskammer (WKO) fördert selbst nur in begrenztem Umfang, ist aber bei mehreren Programmen als Partnerin für Beratung und Beratervermittlung eingebunden. Landesförderungen kommen zusätzlich von den jeweiligen Landesförderstellen.

Das Leistungsspektrum der aws richtet sich an Unternehmen in allen Entwicklungsphasen: Zuschüsse für Investitions-, Digitalisierungs- und Technologieprojekte, zinsgünstige aws erp-Kredite aus dem ERP-Fonds (European Recovery Program, dem früheren Marshallplan-Vermögen), Garantien zur Besicherung von Bankfinanzierungen sowie Programme für technologieorientierte Start-ups und für den Schutz von Innovationen. Für das ERP-Jahresprogramm 2026 stehen 500 Millionen Euro an zinsgünstigen Kreditmitteln zur Verfügung; die Kredithöhen reichen von 10.000 Euro bis in den zweistelligen Millionenbereich.

Im Bereich Digitalisierung ist vor allem KMU.DIGITAL bekannt. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative des BMWET und der Wirtschaftskammer Österreich, die Förderabwicklung erfolgt über die aws. Seit dem Neustart im Mai 2024 wurden rund 26.500 Anträge eingebracht, das ausbezahlte Fördervolumen lag bei rund 18 Millionen Euro (Stand: Mai 2026). Solche Programme sind budgetiert und laufen nach dem First-come-first-served-Prinzip: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist ausgeschöpft, eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist derzeit nicht möglich; verfügbar ist die Förderschiene KMU.DIGITAL & GREEN (Stand: September 2026). Prüfen Sie den aktuellen Status daher stets direkt auf aws.at beziehungsweise kmudigital.at.

Anträge werden über den aws Fördermanager (foerdermanager.aws.at) eingebracht, eine digitale Plattform für Antragstellung, Projektverwaltung und Abrechnung; die Anmeldung ist auch über das Unternehmensserviceportal (USP) möglich. Entscheidend für die Förderfähigkeit ist der Anreizeffekt: Der Antrag muss grundsätzlich vor Projektbeginn eingebracht werden, rückwirkende Förderungen sind in der Regel ausgeschlossen. Bereits bestellte oder bezahlte Leistungen fallen damit meist aus der Förderung heraus.

Praxisbeispiel

Ein Grazer Steuerberatungsbüro mit zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern plant die Einführung einer cloudbasierten Kanzleisoftware mit automatisierter Belegverarbeitung. Zuerst nutzt die Kanzlei die Beratungsförderung von KMU.DIGITAL für eine Status- und Potenzialanalyse: gefördert werden 80 Prozent der Beratungskosten, maximal 400 Euro. Anschließend beantragt sie die Umsetzungsförderung für Software, Implementierung und Schulung. Diese beträgt 30 Prozent der förderbaren Kosten, bei einem Projektvolumen von 18.000 Euro also 5.400 Euro; der Höchstbetrag je Unternehmen liegt bei 6.000 Euro. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe eingebracht werden, und die Förderschienen sind budgetabhängig – zum Stand September 2026 ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ausgeschöpft.

Quellen

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„Austria Wirtschaftsservice“ — Definition im Strukturaflow IT Glossar: https://begriffe.strukturaflow.com/begriff/austria-wirtschaftsservice
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Zuletzt aktualisiert: 5. September 2026