Open Source
Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und unter einer Lizenz steht, die Nutzung, Änderung und Weitergabe ausdrücklich erlaubt. Die Open Source Initiative (OSI) definiert die Standards.
Ausführliche Erklärung
Open Source bedeutet weit mehr als nur einsehbaren Programmcode. Software gilt nach der Open Source Definition (OSD) der Open Source Initiative erst dann als Open Source, wenn sie zehn festgelegte Kriterien erfüllt: freie Weitergabe, Zugang zum Quellcode, Erlaubnis zu Änderungen, keine Diskriminierung von Personen oder Einsatzzwecken sowie Technologieneutralität. Diese Standards wurden 1998 etabliert und bilden seither den internationalen Maßstab für offene Software.
Für KMU bietet Open Source erhebliche Vorteile. Die Einsparung von Lizenzkosten ist nur ein Aspekt – wichtiger sind oft die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern (Vermeidung des "Lock-in-Effekts") sowie die Möglichkeit, Software an spezifische Bedürfnisse anzupassen. Zudem profitieren Unternehmen von der kontinuierlichen Weiterentwicklung durch eine weltweite Entwickler-Community. Viele etablierte Systeme wie Linux, Apache oder WordPress basieren auf Open Source.
Allerdings bedeutet Open Source nicht automatisch kostenlos: Viele Anbieter finanzieren sich über Dienstleistungen, Support oder erweiterte Funktionen. Entscheidend ist die Wahl der passenden Lizenz. Permissive Lizenzen wie MIT oder Apache erlauben auch die kommerzielle Nutzung ohne Offenlegungspflicht. Copyleft-Lizenzen wie die GNU General Public License (GPL) verlangen hingegen, dass Änderungen ebenfalls als Open Source veröffentlicht werden müssen, sobald die Software weitergegeben wird. Unternehmen sollten daher vor dem Einsatz die Lizenzbedingungen prüfen und sicherstellen, dass sie mit der eigenen Nutzungsabsicht vereinbar sind.
Praxisbeispiel
Eine Wiener Steuerberatungskanzlei mit 15 Mitarbeitenden setzt auf die Open-Source-Software Odoo für ihre Buchhaltung und Kundenverwaltung. Statt jährliche Lizenzgebühren an einen proprietären Anbieter zu zahlen, investiert sie in einen lokalen IT-Dienstleister, der die Software individuell anpasst und wartet. So bleibt die Kanzlei unabhängig und kann bei Bedarf den Dienstleister wechseln, ohne die Software neu beschaffen zu müssen.