LibreOffice
LibreOffice ist eine kostenlose, quelloffene Office-Suite mit Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), Präsentationssoftware (Impress) und weiteren Komponenten. Sie ist plattformübergreifend für Windows, macOS und Linux verfügbar.
Ausführliche Erklärung
LibreOffice wird seit 2010 von der gemeinnützigen Document Foundation entwickelt und ist unter der Mozilla Public License 2.0 (MPL 2.0) lizenziert. Die Suite umfasst sechs Hauptkomponenten: Writer für Textverarbeitung, Calc für Tabellenkalkulation, Impress für Präsentationen, Draw für Vektorgrafiken, Base für Datenbankverwaltung und Math für Formeln. LibreOffice unterstützt das offene OpenDocument-Format (ODF) als natives Dateiformat und ist kompatibel mit Microsoft-Office-Formaten wie .docx, .xlsx und .pptx, was den Datenaustausch mit gängigen Office-Suiten ermöglicht.
Für KMU ist LibreOffice insbesondere wegen der Kostenfreiheit interessant: Es fallen keine Lizenzgebühren an, weder für die Erstinstallation noch für Updates oder für beliebig viele Arbeitsplätze. Unternehmen können die Software ohne Einschränkungen nutzen, anpassen und verteilen. Die Document Foundation empfiehlt größeren Organisationen allerdings, auf professionellen Support von Partnerfirmen wie Collabora zurückzugreifen, um Implementierung, Schulung und laufende Wartung abzusichern.
Die Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten ist bei Standarddokumenten gut, kann aber bei komplexen Vorlagen, VBA-Makros oder aufwändigen Formatierungen zu Abweichungen führen. Echtzeit-Kollaboration über Cloud-Dienste wie in Microsoft 365 oder Google Workspace ist in der Desktop-Version nicht direkt verfügbar, lässt sich jedoch durch Online-Lösungen wie Collabora Online oder Nextcloud-Integrationen nachrüsten. Für Unternehmen, die primär lokal arbeiten, keine komplexen Makro-Anforderungen haben und Lizenzkosten reduzieren möchten, ist LibreOffice eine tragfähige Alternative.
Praxisbeispiel
Eine Steuerberatungskanzlei mit 12 Mitarbeitenden in Salzburg setzt LibreOffice auf allen Arbeitsplätzen ein. Sie nutzt Writer für Mandantenanschreiben, Calc für einfache Auswertungen und Impress für Klientenpräsentationen. Für kritische Schnittstellen zum Steuerberater-Netzwerk behält die Kanzlei eine Microsoft-Office-Lizenz auf einem Rechner, um eingereichte Excel-Vorlagen im Originalformat zu prüfen.